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18.10.2019 02:57:51


Schloss Arenenberg

Adresse8268 Salenstein
Schloss Arenenberg mit Park und Sicht auf den Untersee
Schloss Arenenberg mit Park und Sicht auf den Untersee
Beschreibung

Schloss Arenenberg

Dieser Besitz hat eine grosse geschichtliche Vergangenheit und zählt darum zu den bekanntesten und meist besuchten Schlössern der Ostschweiz. Die Geschichte dieses Schlosses geht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Während dieser Zeit besassen reiche Konstanzer Patrizier in dieser Gegend ein Rebgut, und bewohnten ein Rebhaus. Erst im Jahre 1540 liess Sebastian Geissberg von Konstanz mitten in einer der schönsten Landschaften des Untersees einen Herrschaftssitz erstellen. Im Jahre 1585 erklärte ihn die Eidgenossenschaft als Freisitz und erhielt den Namen Arenenberg. Nach den alten Dokumenten wurde dieses Schloss bis zu diesem Zeitpunkt als Narrenburg bezeichnet. Wischen 1601 und 1695 wechselte das Schloss seinen Besitzer achtmal. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war das Schloss Arenenberg mehrheitlich von der Familie Gasser bewohnt, welche es 1731 an den Freiherrn Karl Anton von Rüplin von Kefikon verkaufte. Dieser übergab es einige Jahre Später seinem Schwiegersohn Baron Prosper von Streng, späterem Bürgermeister von Konstanz.

Die napoleonische Zeit auf Arenenberg
Am 10. Februar 1817 begann mit dem Kauf des Schlosses durch die Königin Hortense eine neue Epoche auf Arenenberg. Ab 1825 wohnte auch der 1808 geborene Sohn Louis Napoléon bei ihr. Der Kaufpreis für das Schloss betrug 30 000 Gulden. Der damalige Verwalter Vinzenz Rousseau kaufte nach dem Willen der Königin in kurzer Zeit grosse Landstücke in der Umgebung, so dass zuletzt 160 Hektaren Kulturland zu ihrem Besitz gehörte. Königin Hortense liess nun verschiedene Veränderungen am Schloss und Park vornehmen. Die Umfassungsmauern wurden entfernt und das Hauptgebäude verlor seine Zinnen und Türmchen. An der Südseite wurde ein pavillonartiger Bau aufgeführt und das ganze Intérieur nach dem Muster von Malmaison erstellt. Im Jahre 1820 wurde zusätzlich noch die kleine Kapelle für den Hausgottesdienst gebaut. Der schöne und kunstvoll angelegte Park ist in der Grundform derselbe geblieben wir er damals durch die Königin angeordnet wurde. Am 5. Oktober 1837 starb die Königin im nordöstlichen Eckzimmer des Schlosses, von wo aus man die prächtige Aussicht auf die Reichenau und den Untersee geniesst. Auch die besten Ärzte der damaligen Zeit konnten gegen die schreckliche Krankheit nichts unternehmen. Das Schloss ging nach dem Tode der Königin Hortense an deren Sohn Prinz Louis Napoléon, späterer Kaiser Napoléon III., über. Als Louis Napoléon von der schweren Erkrankung seiner Mutter erfuhr, kehrte er vom Exil auf den Arenenberg zurück, wo er im August 1837 eintraf. Nach dem Tode seiner Mutter schmiedete er von Arenenberg aus Pläne, um auf den französischen Thron zu gelangen. Diese ganze Angelegenheit drängte 1838 zum Napoléonhandel, welcher fast zu einem Krieg zwischen der Schweiz und Frankreich führte. In letzter Minute entschloss sich dann Prinz Louis Napoléon, die Schweiz zu verlassen. Dies geschah am 14. Oktober 1838. Im Jahre 1848 ging sein Wunsch endlich in Erfüllung, indem er an die Macht gelangte. Vier Jahre später wurde er sogar zum Kaiser von Frankreich ausgerufen.

Napoléon verkaufte im Jahre 1843 das Schloss samt den dazugehörenden Gütern an Herrn Karl Keller. Jedoch schon nach zwölf Jahren wurde das Schloss von der Kaiserin Eugénie, der Gattin Napoléons des III. für 125 000 Gulden zurückgekauft. Am 9. August 1865 besuchte Napoléon mit seiner Gemahlin für 3 Tage das Schloss. Es war dies sein erster Besuch seit dem fluchtartigen Verlassen des Arenenbergs im Jahre 1838. Er wurde von der Salensteiner Bevölkerung, deren Ehrenbürger er war, mit grossem Jubel empfangen. Der Gemeinderat Hutterli begrüsste das Kaiserehepaar und erinnerte ihn an die Abschiedsworte von 1838: „Wenn ich wiederkomme, soll auf Arenenberg Freude herrschen“. Auch der damalige Männerchor Salenstein beehrte das Ehepaar mit seinen Darbietungen. Von diesem Besuch stammen auch noch die Überreste des Napoléonweines, von welchem immer noch eine ansehnliche Menge im Weinkeller der Landwirtschaftlichen Schule aufbewahrt ist, und unterdessen zu den ältesten noch trinkbaren Weinen der Schweiz gehört. Im Sommer 1988 wurde eine Flasche an einer Weinversteigerung für den stolzen Preis von 4600 Franken verkauft.

Im Jahr 1873 starb Napoléon III. an einem Operationseingriff, und der Arenenberg ging an dessen Gemahlin Kaiserin Eugénie über. Diese liess am Schloss wieder einige bauliche Veränderungen anbringen. Auf dem pavillonähnlichen Anbau wurde ein zweiter Stock aufgebaut und mit drei Zimmern versehen. Zugleich wurde auch der Bau der westlichen Terrasse durch eine kleine Rundung vergrössert und oben und unten mit grossen Fenstern versehen. Nach der Ermordung ihres Sohnes Prinz Louis durch die Zulu-Neger in Afrika, zog sich die Kaiserin mehr und mehr aus dem öffentlichen Leben zurück. Nur kurz besuchte sie in den Jahren 1882, 1884 und 1892 das Schloss Arenenberg, zuletzt nochmals im Sommer 1900. Da die Kaiserin keine direkten Nachkommen hatte, befasste sie sich mit dem Gedanken, das Schloss als Geschenk dem Kanton Thurgau zu übergeben. Sie wollte damit eine freiwillige Dankespflicht gegenüber dem Staat Thurgau erfüllen. Der Regierungsrat nahm dieses Geschenk mit Freuden an und am 9. Mai 1906kam ein Vertrag zustande, mit der Bestimmung, dass das Schloss als Napoléonmuseum erhalten bleibe. Am 23. Mai genehmigte auch der Grosse Rat des Kantons Thurgau diesen Vertrag. Noch im gleichen Jahr wurde in den umgebauten Ökonomiegebäuden die Landwirtschaftliche Winterschule eröffnet. Das Schloss dient seither als Museum und ist der Bevölkerung gegen Entrichtung einer kleinen Eintrittsgebühr zugänglich, somit ist der Wunsch der Kaiserin, das Schloss der Öffentlichkeit zu erhalten, in Erfüllung gegangen. Das Schloss wird seither jährlich von Tausenden von Besuchern bestaunt. Von der Terrasse aus geniesst man einen wunderschönen Ausblick auf den einzigartigen Untersee. In vielen Räumen des gepflegten Schlosses erinnert jedes Zimmer den Besucher an die mehr oder weniger glanzvollen Zeiten der napoléonischen Geschichte.

 

Arenenberg

Schloss mit Napoleonmuseum Thurgau

Gastronomie und Hotel

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