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Schloss Hub in Fruthwilen

Adresse8268 Salenstein
Schloss Hub in Fruthwilen
Schloss Hub in Fruthwilen
Beschreibung
Schloss Hub wird in der reich mit Schlössern begüterten Einheitsgemeinde Salenstein fast am wenigsten beachtet, obwohl auch es eine bewegte und interessante Vergangenheit aufweist. In Urkunden erwähnt wird es erstmals im Jahre 1296. Obwohl das Dorf Fruthwilen schon im Jahre 1271 eine eigene Adelsfamilie mit dem Namen Ulrich von Fruthwilen aufwies, wohnte diese nie in der Burg. Dieses Geschlecht gehörte dem Orden der Deutschherren an. Ulrich von Fruthwilen verschenkte seine Güter in Fruthwilen und den Zehnten von Salenstein sowie einen Rebberg in Steckborn diesem Ordensgeschlecht. Die Vergangenheit des Hubberges ist für unsere Kulturgeschichte sehr lehrreich, denn auf Hubberg ist eine alte deutsche Hube gegründet worden. Die hat folgende Bewandtnis: Im Mittelalter wurde der landwirtschaftliche Boden in sogenannte Marktgenossenschaften aufgeteilt. Alle Marktgenossen (Bauern) erhielten gleich viel Land. Ein solcher genossenschaftlicher Anteil hiess Hube, und insofern war jeder Marktgenosse auch ein Huber. Jeder Bauer besass damals 30 Jucharten Ackerfeld und Wiese. Dieses Land wurde in drei Zelge zu je 10 Jucharten eingeteilt (Dreifelderwirtschaft). Diese 30 Jucharten Land blieben nur 3 Jahre im Besitz eines Marktgenossen. Durch Losentscheid erhielt er wieder die gleiche Fläche an einem anderen Ort. Zudem hatten die Bauern verschiedene Weiderechte für ihr Vieh sowie Anteile an der Nutzung des Waldes. Zu dieser Zeit hatten die Fruthwiler und Salensteiner gemeinsame Waldungen.

Auch der Hubberg wechselte fleissig seine Besitzer. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg von einem Hugo Pfefferhart und einem Konrad Burg bewohnt. Beide von der Chorherrenstiftung in Konstanz. Im Jahr 1580 kaufte ein Gabriel Reichling von Meldegg das Gut samt dem Land. Ein Verzeichnis über den damaligen Landbesitz ist heute noch vorhanden (Meersburger Archiv in Frauenfeld, Abt. II). Darin sind folgende Parzellen aufgeführt: Ausbrugger Zelge 13 Jucharten Ackerfeld, Hubhalden Zelge 10 Jucharten und in der Lehenbauer Zelge 5 Jucharten. Das gesamte Besitztum war so gross wie eine alt-germanische Hube.

Die damaligen Bauern von Fruthwilen und Salenstein waren dem Besitzer der Burg Hub, Gabriel Reichlin, nicht gerade freundschaftlich gesinnt, vor allem darum, weil er sich nicht an die Vorschriften der Dorfmarktgenossenschaft hielt. Er verstiess auch mehrere Male gegen die Gesetze. Darum beschloss die Genossenschaft Fruthwilen-Salenstein den Gutbesetzer mit 60 Gulden zu belasten, als zusätzlicher Beitrag zuhanden der Genossenschaft. Stark eingeengt in seinen Rechten fühlte sich der Gutsbesitzer nicht mehr wohl und gelangte 1583 an das Eidgenössische Landvogtamt in Frauenfeld, welches ihn von den niederen Gerichten befreite. Dadurch wurde die Hub in Fruthwilen zu einem Freisitz erhoben, gleich wie das benachbarte Schloss Arenenberg.

Im Jahre 1599 wechselte die Burg ihren Besitzer. Sie ging an Walter von Hallwil über. Dieser bewohnte auch das Schloss Salenstein. Walter von Hallwil erbte von seiner Gemahlin, Esther von Ulm (im Schloss Hard bei Ermatingen aufgewachsen), einen Teil des Hubberges. Den anderen Teil (damals 2 Besitzer) kaufte er von Gabriel Reichlin für 10 000 Gulden. Walter von Hallwil liess die damalige Hub abreissen und stellte ein schlossähnliches Bauernhaus, welches heute noch steht. Der treppenartige Giebel sowie die Rundbogen sind die Überreste des vor 400 Jahren erstellten vornehmen Herrschaftshauses. Später ging der Hubberg an Walter Renner von Allmendingen über, der auch eine Schlosskapelle gebaut haben soll. Für kurze Zeit bewohnte auch ein Metzger namens Martin Ehringer den Freisitz. Weil er aber in Konkurt geriet, ging das Gut am 3. November 1623 an Hans Dietrich von Kapfen über. Das damalige Dorfgericht von Fruthwilen protestierte gegen diesen Kauf, obwohl er bereits von eidgenössischen Landvogt in Frauenfeld genehmig war. Sie befürchteten wiederum Einschränkungen in ihren Rechten (Jagdverbote). Über 200 Jahre blieb die Heb unter dem Geschlecht der Breitenlandenbergs. Der letzte Nachkomme dieses Geschlechtes und Besitzer von Schloss Hub Hartmann Friedrich der Siebente starb 1885 in Gottlieben. Von diesem gelangte Schloss Hub erstmals wieder in den bäuerlichen Privatbesitz so wie es heute noch der Fall ist.

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