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Schloss Louisenberg

Adresse8268 Salenstein
Schloss Louisenberg
Schloss Louisenberg
Beschreibung
Man kann über die Geschichte des Schlosses Louisenberg nur berichten, wenn auch die über 800 Jahre alte Kapelle und das Pfrundhaus erwähnt werden, welche 1417 durch den Kaplan Keller erbaut wurden. Diese Kaplanei, welche zum Kirchlein gehörte, wurde 1825, trotz ihres schlechten Zustandes, von der verwitweten Grossherzogin Stephanie von Baden zum Preis von 6000 Gulden gekauft. Im Kaufvertrag war ausdrücklich festgelegt, das die Kapelle im Kauf nicht inbegriffen sei. Somit steht die Kapelle auf fremden Boden.

Was die Grossherzogin Stephanie veranlasste, dieses offenbar feilgebotene Kaplaneigebäude zu kaufen, war der Wunsch, sich jeweils in den Sommermonaten in der Nähe ihrer seit 1817 auf Schloss Arenenberg ansässigen Cousine, der Ex-Königin Hortense, aufhalten zu können. Warum aber die Grossherzogin die Kaplanei 1834 an Marquis de Crenay verkaufte, war ungewiss. Wahrscheinlich hatte der schon immer schlechte Gebäudezustand sie zu diesem Schritt veranlasst. Auch nach dem Verkauf war Stepahie fast jeden Sommer zu Gast auf Arenenberg. Frau und Herr Crenay kauften das Besitztum für 8000 Gulden. Sie gingen bald daran, das baufällige Haus abzubrechen (1836) und an der gleichen Stelle ein neues schönes Herrschaftshaus im Stil der Zeit zu bauen, so wie es heute noch aussieht. Nach dem Wunsch der Nichte von Frau Crenay, Louise de Séréville, wurde das Schloss Louisenberg getauft.

Der neue Besitzer, Marquis de Crenay, war Brigadegeneral und hatte während der Bauzeit in der Armee des Herzogs von Aumale in Afrika gedient, wo er bei einem Gefecht einen Arm einbüsste. Da auch Frau Crenay während der Bauarbeiten des Schlosses Louisenberg viel abwesend war, überwachte Ex-Königin Hortense vom Arenenberg oftmals den Bau. Denn auch diese beiden Familien waren gut befreundet. Prinz Louis Napoléon fand übrigens an der sehr hübschen Louise de Séréville bald grossen Gefallen, und sie war eine der vielen Geliebten, während seines Aufenthaltes auf Arenenberg. Königin Hortense gab auch bauliche Anweisungen und kritisierte verschiedene Ausführungen, die nicht nach ihrem Geschmack gebaut wurden. Übrigens ist der sogenannte gelbe Salon, das blaue Schlafzimmer mit Himmelbett und auch die Bibliothek mit den schönen Einbänden noch fast ausschliesslich durch alle späteren Besitzer aus den Tagen des Erbauers von Louisenberg erhalten geblieben.

Im Jahre 1857 starb Marquis de Crenay. Im Sommer 1860 hatte die verwitwete Frau im Sinn, den Louisenberg an Kaiser Napoléon zu verkaufen. Sie hoffte, er werde ihn zur Arrondierung und Vergrösserung seines 1855 zurückgekauften Arenenbergs mit Freuden zustimmen. Doch der Kaiser wollte von diesem Angebot nichts wissen. Im April 1861 starb auch die alte Frau Crenay. Der Louisenberg ging nun an Louise de Séréville über. Diese hatte sich im Jahre 1847 mit dem jungen Grafen Gustav Louis Ernest de Sparre verheiratet. Nachdem sie von Marquis de Crenay adoptiert worden war. Aus dem katholischen Taufregister in Ermatingen ersieht man, dass alle fünf geborenen Kinder der Familie de Sparre auf Louisenberg geboren und in der nahen Kapelle getauft worden sind.

Am 28. Mai 1873 verkaufte der bevollmächtigte Kantonsrat Ammann in Tägerwilen den Louisenberg an Jean Bürgi-Betschart von Arth zum Preis von 100 000 Franken. Bürgi war ein Bruder des damaligen Besitzers des Schlosses Wolfsberg ob Ermatingen. Schon im Jahre 1878 verkaufte Bürgi den Louisenberg an Kantonsrat Abraham Fehr-Häberlin in Mannenbach zum hohen Preis von 150 000 Franken. Ungefähr 10 Jahre später, am 11. Juni 1889, wechselte der Besitz wiederum an die Baronin Emilie von Breitenbach, der Witwe des hessischen Gesandten am badischen Hof. Nach abermals zehn Jahren, im Juli 1899 kaufte der Privatier Munzer aus Stuttgart das Schloss. Im Jahre 1906 ging der Louisenberg in den Besitz des Schweizers Jean Kästlin, Direktor einer russischen Bank für auswärtigen Handel in St. Petersburg über, in dessen Familienbesitz sich das Schloss heute noch befindet. Mit dem Zukauf von einer grösseren Fläche Kulturland vergrösserte sich das Areal. Durch die Pflanzungen von seltenen exotischen Bäumen und Sträuchern entstand mit der Zeit ein Park von bewundernswerter Schönheit. Das Schloss Louisenberg war durch alle Zeiten hindurch eine Zierde des Untersees, mit dem idyllischen Hintergrund des alten Kirchleins von Mannenbach.

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