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Schloss Salenstein

Adresse8268 Salenstein
Schloss Salenstein
Beschreibung
Die Erbauung der Burg Salenstein ist urkundlich nicht übermittelt, doch muss sie ins 10. oder 11. Jahrhundert fallen. Die ersten Bewohner der Burg, die sich nach deren Stammburg nannten, wurden zwischen 1092 und 1380 in Urkunden erwähnt. Es sind dies die Herren Adalbertus von Salenstein, der Konstanzer Domherr Henrie Habardus sowie Konrad und Eberhardt von Salenstein. Bis zum Jahre 1197 wurde die Burg von den zwei Brüdern Albrecht und Heinrich bewohnt. Die edlen von Salenstein waren zu ihrer Zeit angesehene, reiche und fromme Adelige. Heinrich von Salenstein hat vermutlich auch im Jahr 1155 die Kapelle von Mannenbach gestiftet. Sein Bruder Albrecht wurde erstmals als Schenk (Ehrenamt) des Reichenauer Abtes genannt. Als weiterer Schenk amtete zwischen 1255 und 1277 Albrecht der Dritte von Salenstein, der auch als Leutpriester und Kirchenherr von Ermatingen genannt wurde. Bis zum Jahre 1375 wurde die Burg von den weiteren drei Herren Eberhard III., Heinrich und Diethelm von Salenstein bewohnt. Nachher ging das Schloss an den Ritter Heinrich von Helmsdorf über.

In den Jahren 1400 bis anfangs 1600 wurde die Burg von den Herren Hegi, Muntprat und Hallwil bewohnt. In die Zeit von Munprat auf Salenstein fällt auch die Reformation. Die Einwohner von Salenstein und Mannenbach traten danach fast geschlossen zum neuen Glauben über, so auch der Schlossherr wie auch der damals amtierende Pfarrer von Ermatingen, Alexius Bertschi. Nach dem Ableben von Muntprat findet man die Burg Salenstein unter dem neuen Besitzer Hans Kaspar von Hallwil. Der Sohn von Hans Kaspar, Walter von Hallwil, der damals zu den reichsten weltlichen Gerichtsherren im Thurgau gehörte, übernahm das Schloss zwischen 1554 und 1560. Er verheiratete sich 1556 mit Esther von Ulm und kam dadurch in den Besitz der Schlösser Hard bei Ermatingen und Hub auf dem Hubberg bei Fruthwilen. Ebenso zu seinem Besitz gehörten die Schlösser Blidegg bei Bischofszell, Schiffisheim und die vordere Burg Hallwil.

Walter von Hallwil liess an der Burg Salenstein bauliche Veränderungen anbringen, so den turmartigen Vorbau mit der Kapelle. Das älteste Bild – ein Ölgemälde eines unbekannten Meisters – aus dem Jahre 1624 ist in Mittelzell auf der Reichenau zu sehen. Walter von Hallwil starb 1613 im hohen Alten von 83 Jahren. Er wurde in der Katharinenkapelle innerhalb der Ermatinger Kirche beigesetzt. Auch seine Gemahlin sowie die Schwiegereltern wurden dort beerdigt. Noch heute stehen die vier Grabtafeln in der Kirche.

Hans Dietrich von Breitenlandenberg war der erste Besitzer seines Geschlechtes auf Salenstein. Nach Dr. Otto Nägeli fällt der Besitzerwechsel ins Jahr 1611. Die Breitenlandenbergs mit ihren vielen kinderreichen Familien bewohnten das Schloss bis ins 18. Jahrhundert hinein. Als letzter Bewohner der Breitenlandenbergs übernahm 1799 Hartmann Friederich der Siebente das Schloss. Der letzte Nachkomme des salensteinischen Breitenlandenberg-Geschlechtes, der aber nicht mehr auf dem Schloss wohnte, starb 1885 in Gottlieben.

Salenstein wurde von Hartmann Friederich dem Siebenten an den Steckborner Tierarzt Düringer und Landwirt Georg Hutterli in Salenstein verkauft, von denen keiner ins Schloss einzog. Diese übergaben den Besitz im Jahre 1828 dem französischen Obersten Charles Parquin, der seit 1824 auch Besitzer des Schlosses Wolfsberg ob Ermatingen war. Das Schloss Salenstein verlotterte unter seinem Besitz zusehends, do dass der Südteil – das sogenannte Neuschloss – abgebrochen wurde. Als Gläubigerin und neue Besitzerin wurde die Herzogin von Friault genannt, welche das Schloss 1841 an Kantonsrat Friederic Ferdinand Ammann in Ermatingen verkaufte. Der Kaufpreis betrug damals 950 Gulden. Dieser liess das baufällige Gebäude gründlich renovieren und veräusserte es im Jahre 1849 an eine Engländerin, Lady Mary Temple aus London, für 11 500 Gulden. Schon 1857 wechselte der Besitz an den Engländer Brown, welcher das Schloss mit vielen alten Kachelöfen bereicherte. Nach nur fünfjähriger Niederlassung ging es an Georg Heinrich Fräsi über, einen Spekulanten aus Zürich. Nach seinem Tod waren die Erben froh, dass sie 1869 einen ernsthaften Käufer fanden. Der neue Schlossherr war der Sachsen-Weimarische Kammerherr Alexander von Herder, welcher es bis zu seinem Tode 1906 bewohnte. Der nachfolgende Besitzer, Horst von Tippelskirch, erwarb noch einen Teil des Schlosshofes und etwas Land dazu. Er verheiratete sich mit der Tochter des ehemaligen Verwalters auf Arenenberg, zog aber 1917 nach Deutschland zurück, vorher verkaufte er Salenstein an den Schweizer Wolfgang Türcke-Bebié. Im Jahr 1959 wechselte der Besitz wiederum an den Engländer Dr. Norman Budgeon. Mit viel Kosten und Sinn für Heimatschutz restaurierte dieser nicht nur das Schloss, sondern gestaltete auch die baufälligen Gebäude des Schlosshofes zu einem sehenswerten Objekt.

Für Salenstein hat Dr. Budgeon wesentlich mitgeholfen, die finanziellen Verhältnisse zu verbessern. Durch seine Initiative war es möglich, finanzstarke Käufer für die in der Nähe des Schlosses erstellten Neubauten sowie auch für die erwähnten Häuser im Schlosshof zu finden. Seit 1979 ist das Schloss im Besitz der Winterthurer «Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte» von Bruno Stefanini. Dieser steht in Verbindung mit dem Schloss immer wieder in der Kritik, da er dieses verfallen lässt.
So steht heute noch das alte Schloss stolz und weit herum sichtbar in einer der schönsten Landschaften unseres Landes. Viele Stürme, Kriege und Generationen hat es glücklich überlebt. Für unsere Gemeinde ist es Symbol und Wahrzeichen zugleich. Vor 900 Jahren hat durch die Schlossbewohner unsere Chronik ihren Anfang genommen.

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